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Better not use WhatsApp for sensitive communication

English text TBD. For now, see a Wikipedia page on WhatsApp security and privacy features and a short article pointing out barefaced privacy violations by WhatsApp.

WhatsApp für sensible Kommunikation besser nicht verwenden

Der sehr beliebte Instant Messenger WhatsApp für Smartphones ist wegen vieler Unzulänglichkeiten bis hin zu Frechheiten in puncto Datenschutz und Sicherheit schon lange in der Kritik. Die Entwickler gelobten Ende 2014 Nachbesserungen, insbesondere bei der verschlüsselten Übertragung der Nachrichten, aber die Absicherung wurde 2015 zunächst nur sehr halbherzig umgesetzt. Offenbar lässt sich die App leicht als „Super-Wanze“ verwenden.

WhatsApp behauptet seit 2016, alle übertragenen Inhalte mustergültig zu verschlüsseln (und zwar so gut wie Signal), aber überprüfbar ist das kaum. Außerdem kann man die Inhalte auch abgreifen, bevor sie beim Absender verschlüsselt werden oder nachdem sie beim Empfänger entschlüsselt wurden. Mag sein, dass die Inhalte tatsächlich komplett vertraulich bleiben — aber wohl noch interessanter für die Firmen und die Geheimdienste und daher aus Datenschutzgründen mindestens ebenso bedenklich sind die Metadaten, also: wer kommuniziert wann mit wem, und das lässt sich nur sehr schwer geheim halten.

WhatsApp wertet zumindest die Metadaten garantiert aus und gibt sie weiter. Dabei sind sie auch noch so frech, sich meist unbemerkt von den Nutzern die 'Erlaubnis' zu erschleichen, alle Inhalte des Adressbuchs zu verwerte. Das ist rechtswidrig, denn man hat normalerweise nicht von allen Leuten in seinem Adressbuch die Erlaubnis, die Kontaktdaten an Dritte (in dem Fall also WhatsApp, Facebook & Co.) weiterzugeben! Streng genommen macht sich also ziemlich jeder WhatsApp-Nutzer strafbar, weil er (meist ohne es zu bemerken) das informationelle Selbstbestimmungsrecht seiner Kontakte missachtet.

Ich verwende WhatsApp nur selten und soweit ich keine andere Möglichkeit habe (je nachdem, was die Kommunikationspartner verwenden) und schlucke dabei natürlich die Kröte, dass zumindest die Metadaten abgegriffen werden. Aber zumindest bekommt WhatsApp von mir keine Daten unbeteiligter Kontakte, weil ich der App dafür den Zugang gesperrt habe. Anleitungen dazu z.B. auf App-Berechtigungen anzeigen und verwalten (Android 6.0) und WhatsApp: Zugriff auf Kontakte verhindern - so geht's. Nachteil für den Nutzer ist dabei allerdings, dass man die Namen seiner Kontakte, die im Adressbuch stehen, bei WhatsApp natürlich nicht mehr angezeigt bekommt. Ansonsten nutze ich fürs Instant-Messaging auf dem Smartphone vorzugsweise Threema, Signal und Conversations.

Ich finde keine Möglichkeit, WhatsApp die ab August 2016 meist unbeabsichtigt erteilten 'Nutzungsrechte' für die Adressbuch-Daten offiziell wieder zu entziehen - und selbst wenn WhatsApp einem angeblich die Möglichkeit dazu einräumt, ist es unrealistisch, dass sich WhatsApp tatsächlich daran hält. Man könnte nun sagen, dann ist das Kind doch schon in den Brunnen gefallen - aber spätestens wenn man von der Problematik erfährt, sollte man zum Schutz neuer Adressbuch-Einträge und auch aus juristischen Gründen trotzdem handeln. Denn wenn man als WhatsApp-Nutzer der App den Zugriff aufs Adressbuch nicht auf System-Ebene (also über die App-Berechtigungen) sperrt, muss man streng genommen die Einträge aller Kontakte im Adressbuch löschen, von denen man keine ausdrückliche Erlaubnis zur Weitergabe der Daten an Dritte hat, ansonsten kann man dafür sogar abgemahnt werden - siehe z.B. Abmahnungsgefahr: Ist das Nutzen von WhatsApp illegal?

Die Angaben der WhatsApp-Entwickler zum Umgang mit Nutzerdaten von 2009: „We have not, we do not and we will not ever sell your personal information to anyone. Period. End of story“ und auch die von von 2012 klingen zwar sehr gut und die Geschichte dieser App ist sehr sympatisch, aber nach der sehr teuer bezahlten Übernahme durch Facebook (oder eventuell doch nicht?) verstärken sich die Warnungen und Boykott-Aufrufe der Datenschützer weiter. 14 Mrd € sind etwa 30€ pro derzeitigem Whatsapp-Nutzer - man muss sich fragen, wie Facebook das per Werbe-Einnahmen wieder reinholen will, oder was da sonst für Interessen dahinter stecken. Allein am Tag nach der Bekanntgabe der Übernahme von WhatsApp durch Facebook verdoppelte sich die Zahl der Nutzer von Threema, einer Alternative, die auf Datenschutz größten Wert legt, auf etwa 400.000. Ende September 2018 gestand der WhatsApp-Gründer Brian Acton ein: "Ich habe die Privatsphäre meiner Nutzer [...] verkauft".

[Facebook kauft WhatsApp]

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